Die „Helden“ von morgen

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„Jede Generation muss gesellschaftliche Teilhabe und soziale Verantwortung neu lernen. Deshalb ist es wichtig, dass Menschen schon in jungen Jahren ehrenamtliches Engagement entdecken“, meint Karina Wrona, 62. Damit dies öfter gelingt, entwickelte die langjährige Vorsitzende der Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen den Heldenpass.
Die Idee dahinter: Schüler ab Klasse Neun erhalten zu Beginn eines Schuljahres eine Broschüre mit unterschiedlichen Angeboten für ehrenamtliche Tätigkeiten außerhalb der regulären Schulzeit: Zum Beispiel im Tierheim mit anpacken, Menschen mit Behinderung bei einem Ausflug begleiten, sich bei der Tafel engagieren oder bei Veranstaltungen wie einem Weihnachtsmarkt mitmachen. Wer mindestens fünf solcher Engagements von jeweils wenigen Stunden absolviert, erhält ein Ehrenamtszertifikat.
Diese Bescheinigung ist mehr als nur ein Dankeschön. Sie kann auch später auf dem beruflichen Weg von Nutzen sein. Schließlich suchen Arbeitgeber nicht nur Mitarbeiter mit guten Noten, sondern auch mit Persönlichkeit.
Beate Rafalski, 63, Geschäftsführerin der Ehrenamtsagentur, und Honorarkraft Clara Meyer zu Altenschildesche, 24, stemmen die operative Arbeit: Sie suchen Schulen, die mitmachen und werben bei Organisationen, ehrenamtliches Engagement auch für jeweils wenige Stunden möglich zu machen.
Im Schuljahr 2021/22 sind fünf Schulen dabei, drei Gymnasien sowie eine Gesamt- und eine Realschule. Irgendwann, so wünscht sich Beate Rafalski, soll der Heldenpass in allen Gelsenkirchener Schulen in der neunten Klasse zum Standardangebot gehören.

Heranführen der jungen Generation

Für das Heranführen der jungen Generation ans ehrenamtliche Engagement gab es jetzt den „TalentAward Ruhr 2020“ der Stiftung TalentMetropole Ruhr für das engagierte Team.
Da die Preisverleihung im Vorjahr coronabedingt ausfallen musste, wurde die Übergabe im kleinen Kreis im Thyssen Krupp-Quartier in Essen nachgeholt.